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Flugplatzbereiche sind Ausschlussbereiche

Es ist verwunderlich, dass die Planungen vorangetrieben wurden. In den Planungsunterlagen der Stadt Linnich [6] werden unter Punkt 3.2, Regionalplanung,  Flugplatzbereiche als Ausschlussbereichebezeichnet.

Der Flugplatz ist nach §6 LuftVG zugelassen und hat damit einen Bestandsschutz. Anders als Großflughäfen wie Frankfurt oder Düsseldorf hat er keinen Bauschutzbereich, in dem jede bauliche Veränderung genhmigt werden muss. Der Bereich der Platzrunde (s.u.) musste hindernisfrei sein.  

Nach [1] kann die Platzrunde wegen der Planung des Windparks  nicht aufrechterhalten werden.  Der Flugbetrieb wird künftig ausschließlich im direkten An-und Abflug erfolgen. Des Weiteren seien keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen zu erwarten. 
Ist der Wegfall der Platzrunde  keine erhebliche Auswirkung auf die Sicherheit der Piloten? Nach [2] , 2.1. soll die Platzrunde die Sicherheit im Flugplatzverkehr gewährleisten.

In [4] beschreibt der DULV 4 Platzrundenbereiche ähnlich §17 LuftVG. Diese sollen Hindernisfrei sein.
Alle Windräder stehen innerhalb des vom DULV beschriebenen Platzrundenbereichs von 1440m bis in 100m. 
Dieser setzt sich zusammen aus einem  Halbmesser von 600m in 30m Höhe, danach eine Übergangsfläche auf 100m Höhe, im Verhältnis  1:12 ansteigend. Dies entspricht 840 m für den ansteigenden Bereich, zusammen 1440m Halbmesser. 

Schon jetzt steht in direkter Verlängerung der Bahn ein Gitterturm [7]. Dieser wird nach der Bahnverlängerung direkt an der Schwelle stehen.

Der Flugplatz wird geschätzt zu gleichen Teilen von UL-Flugzeugen und Motorschirmfliegern genutzt. Durch den Wegfall der Platzrunde ist eine Kollision der  langsameren Motorschirme mit den schnelleren UL-Flugzeugen sehr viel wahrscheinlicher geworden, weil der gleiche An- und Abflugweg genommen werden muss.  

Laut [5] in der Rubrik „Danger“ haben die Piloten die auf Teveren anfliegenden Flugzeuge zu beachten und sollen nicht höher als 200m GND im Umkreis fliegen.  

Nach [9] waren die Bereiche der Ortschaften Boslar, Tetz und Broich und das Gebiet der Rurauen als lärmempfindlich eingestuft(rot schraffiert). Solche Gebiete sind nach [2], 3.4.1 möglichst zu meiden. Das Gebiet der Rurauen wird jetzt als An-und Abflugbereich genutzt. Damit steigt dort die Lärmbelastung.

Laut Linnichs Bürgermeistester Wittkopp wird eine erneute Offenlage der Planungsunterlage Anfang 2015  erfolgen. Die Genehmigung und auch die Analyse zu den Auswirkungen der Windenergieanlagen auf UL-Flugzeuge des Fraunhofer IWES beziehen sich womöglich auf andere als die tatsächlichen zukünftigen Positionen der Windräder. [10] zeigt für WEA1 schon jetzt eine andere Position als in der Fraunhofer  IWES-Analyse. WEA1 steht jetzt exakt in der Verlängerung der Bahn.

Nach Fraunhofer IWES Analyse erfolgt eine Richtungsänderung  bei Flug nördlich des Windparks bei 377m. Nach [2], 2.2.2 darf der Endanflug in den letzten 400m grundsätzlich keine Krümmung mehr aufweisen.

Zur Fraunhofer IWES "Analyse der Beeinflussung von UL-Flugzeugen durch den Turbulenten Nachlauf von Windenergieanlagen":

  • Es werden die Auswirkungen auf ein UL vom Type Ikarus C22 untersucht. Dieses hat starre Flügel. Von den Lastvielfachen her ist dieses Flugzeug kunstflugtauglich.
    Wie wirken sich die Turbulenzen auf Motorschirme aus? Motorschirme haben keine starren Flügel!
  • Motorschirme halten sich wegen der geringeren Geschwindigkeit länger in den Wirbeschleppen der WEA‘s auf.
  • In [3] sind die Turbulenzen eines Windparks sichtbar. Anders als in der Analyse dargestellt,  verbreitern sich die Wirbelschleppen. Deswegen ist eine längere Einwirkzeit der Wirbelschleppen beim durchfliegen zu erwarten.
  • Es wir bei der Analyse nur ein Windrad isoliert betrachtet. Wie in [3] zu sehen, beeinflussen sich die Windräder gegenseitig.
  • Bei südlichen Windrichtungen müsse mehrere Wirbelschleppen nacheinander durchflogen werden. Die Aufenthaltsdauer in den Wirbelschleppen verlängert sich entsprechend.
  • Die Analyse weist darauf hin, dass dynamische Reaktionen nicht berücksichtigt wurden. Auf UL-Flugzeuge wirken rasche Auftriebs- und Seitenwindänderungen, mitunter während Kursänderungen.  „Eine letztliche Beurteilung der fliegerischen Herausforderung unter Einwirkung der hier berechneten  Kräfte obliegt der Erfahrung von UL-Flugzeugpiloten.“
  • Es wird darauf hingewiesen, dass Modellrechnungen nicht hundertprozentig richtig sein müssen und dass nicht berücksichtigte Phänomene zu zusätzliche Belastungen führen können.
  • Wurden Notfälle z.B. Triebwerksausfall während des Starts, berücksichtigt?
  • Zur Analyse  hat das Fraunhofer IWES eine Pressemitteilung erstellt und weist auf mögliche Gefahren durch die Windräder hin [11]"....Doch diese könnten sich als Gefahrenquelle für die Flieger entpuppen, insbesondere bei Start und Landung: Zum einen »klauen« sie den Fliegern den Wind, da die Windgeschwindigkeit hinter einer Anlage sehr viel geringer ist. Fliegen die Flugzeuge in den Bereich hinter dem Rotor, befinden sie sich urplötzlich in einer neuen aerodynamischen Situation. Zum anderen erzeugen die Rotoren Turbulenzen in der Luft, die Flugzeuge ebenfalls beeinträchtigen können."

In [8] liest man “ … waren die verantwortlichen Behörden auf Initiative der UL-Flieger zusammen gekommen. Überraschend herrschte bei allen eine so große Kompromissbereitschaft, dass dasExperiment eines Windparks in der Nähe eines Flugplatzes Zustimmung fand.“

das Experiment“  kann man weiter ausformulieren:  „das Experiment, in wie weit man sicherheitsrelevante Maßnahmen reduzieren kann,…“.
Heutzutage sollten nur erfahrene Testpiloten Experimente in der Luftfahrt durchführen.  

Wir möchte, dass der UL-Flugplatz Linnich weiter betrieben wird. Wir befürchte aber,  dass das  „Experiment“ schief geht. Dann bleiben die Windräder und der Flugplatz würde aus Sicherheitsgründen geschlossen.

 

Quellen:

[1] Bekanntgabe nach §3 … Verlängerung der bestehenden Start- und Landebahn … Linnich-Boslar… 
http://www.brd.nrw.de/verkehr/flugplaetze_flugbetrieb/pdf/2013-08-20-UVP-Verzicht-Text.pdf

[2] Luftverkehr –C30 Regelung des Flugverkehrs an Flugplätzen ohne Flugverkehrskontrolle
http://www.edty.de/de/airport/images/C030.pdf

[3] Bild: Turbulenzen hinter Windrad. © Wolfgang.W 
http://www.gleitschirmflieger-mainspessart.de/index.php?Seite=view_aktuell&id=1408090640

[4] DULV Merkblatt zur Zulassung  von UL-Flugplätzen…
http://www.dulv.de/_obj/20A54717-D97E-43F0-B7D2-4C0600E4B555/inline/merkbl_gelaenderichtlinien_14.pdf

[5] DULV Flugplatzdetails… UL Flugplatz Linnich.
http://www.dulv.de/Flugplatz/details.php?id=975

[6] Begründung zur 28. Änderung des Flächennutzungsplans… Konzentrationszone südöstlich Boslar 
http://www.linnich.de/rathaus_politik/downloads/Begruendung_Flaechennutzungsplan.pdf

[7] Gittermaste im direkten Anflug von Südwesten ©H.Wirtz Bild

[8] Zeitungsartikel vom 07.08.2014 Ultraleichtflieger in Boslar liegen im Verborgenen.
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/juelich/ultraleichtflieger-in-boslar-liegen-im-verborgenen-1.888857

[9] Bild einer Anflugkarte nach altem Genehmigungsstand. Karte

[10] Bebauungsplan Nr. 4 – Entwurf- vom 20.11.2013http://www.linnich.de/rathaus_politik/downloads/Bebauungsplan.pdf

[11] Pressemittteilung zur Analyse des Fraunhofer IWES
http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2012/august/windparks-gefahr-fuer-ultraleichtflugzeuge.html

 



 
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